Istanbul

Çagla Aydin
aus Reutlingen

Stadt / Land:
Istanbul, Türkei

Aufnahmeorganisation:
Basak Culture and Art Foundation

Projekttitel, Projektnummer:
CitizenSHIP of Europe, 2007-TR-46

Bereich, Dienstzeit:
Art and culture, 09.09.08 – 01.03.09

Projekt:
BSV (Basak Kültür ve Sanat Vakfi) performed activities and research in nine districts of the Anatolian side of Istanbul. All of them reflect and confirm the negative effects and realities of forced migration, poverty and deprived conditions of the target population.

 

Ich heiße Çagla Aydin, komme aus Reutlingen und bin seit dem 9. September in Istanbul. Mit der türkischen Sprache habe ich keine Schwierigkeiten, da meine Eltern mich zweisprachig erzogen haben. Ich bin hier im Rahmen des EFD für sechs Monate in der Basak Kunst- und Kultureinrichtung tätig. Die Geschichte der Einrichtung ist folgende: Vor einigen Jahren verlor die Tochter meiner Chefin bei einem Bombenanschlag ihr Leben. Aus ihrem Leid heraus gründete meine Chefin im Jahre 2004 die Basak Kunst- und Kultureinrichtung. Kunst und Kultur, weil es die größten Interessengebiete ihrer Tochter waren. Unsere Einrichtung ist nicht allzu groß, aber ausreichend. Hier wird Kindern Kunst- und Englischunterricht erteilt. Aber es gibt auch Englischunterricht für Jugendliche und Erwachsene. An bestimmten Tagen in der Woche kommen auch junge Frauen und ältere Damen in die Einrichtung und nähen Taschen, knüpfen Armbänder, sticken etc. Wir Freiwilligen leiten die Englisch- und Kunstkurse. Größtenteils handelt es sich bei diesen Menschen um kurdische Emigranten, die aus armen Verhältnissen stammen. Unser Ziel ist es, vor allem den Kindern eine Abwechslung in ihrem Alltagsleben zu bieten.

Die erste Zeit hier in der Einrichtung war sehr entspannt. Ich hatte gar nichts zu tun und genoss es. Doch mit der Zeit begann ich mich mehr und mehr zu langweilen. Es gab einfach nichts zu tun. Die anderen Freiwilligen, die schon einige Monate früher mit dem EFD begonnen hatten, hatten ihren festen Programmablauf und uns Freiwilligen fiel einfach nichts ein, was wir hätten tun können. Nach zahlreichen Diskussionen und Auseinandersetzungen zwischen unserer Chefin und uns, kamen wir auf die Idee mit dem Englischkurs. Wir willigten sofort ein und teilten uns auf, wer die Kinder und wer die Jugendlichen und Erwachsenen übernimmt. Seither haben wir etwas zu tun und sitzen nicht nur dekorativ herum.

efdler_istanbul_01Einige Freiwillige, die schon früher mit dem EFD begonnen hatten, sind mittlerweile ge­gangen. So haben eine andere Freiwil­lige und ich deren Kunstkurs übernom­men und leiten ihn jetzt.

Wir Freiwilligen teilen uns eine Wohnung. Da wir nicht allzu viele sind, hat jede von uns ihr eigenes Zimmer. Unsere WG ist nur zehn Minuten zu Fuß von unserer Einrichtung entfernt.

efdler_istanbul_02Abschließend möchte ich noch sagen, dass m. E.
beim EFD die Eigen­initiative die größte Rolle spielt. Man darf nicht erwarten, dass man immer gesagt bekommt, was zu tun ist. Kreativität und der Wille, seine eigenen Ideen in die Praxis umzusetzen, sind eine gute Basis für den EFD.

 

Ein „Bericht-Danach“ ist hier zu lesen: EFD-Fragebogen